Stell dich des nachts...

mal in das Watt am Ende des Dorumer Strandes und hör´

auf die Geräusche dort

und sei ganz leise, sprich kein Wort.

 

Wer nämlich in der Nacht dort hört, wenn kein Geräusch des Tages stört,

der wundert sich dort  -  wo er steht,

dass nachts das Leben weiter geht.

 

Wenn er sein Ohr zum Wasser lenkt,

wird er mit Lauten reich beschenkt!

 

Bei Sturm,da braust und zischt das Meer,

so dass man anders hört nur schwer

und auch der Wind der heult erbost,

weil die Natur so lärmt und tost.

 

Doch wenn der Wind sich schlafen legt,

ein anderes Geräusch sich regt:

 

Ein Vogel, der erzählt´s dem Ander´n,

wann sie nach Süden endlich wandern

und mancher, der piebst leis´ im Traum

und träumt vielleicht won weitem Raum in ander´n Längen und auch Breiten,

von Sonne, Fliegen und Gezeiten.

 

Manchmal ist auch ein Ton ganz zart -

ein Vogel in den Schlaf sich schnarrt.

 

Die ganze Nacht ist es nicht still

und wenn man es nicht anders will,

so wartet man und hört und lauscht,

wie mit der Flut das Wasser rauscht bis an den Strand,

wo du stehst

und endlich dann nach Haus gehst,

das Zwitschern von dem Vogelchor dringt immer leiser an dein Ohr.

 

Dankst Gott bestimmt mit deinem Mund,

dass dein Gehör ist so gesund.

Und freust dich über jeden Klang

an jedem Tag -- dein Leben lang.

- Verfasser unbekannt -